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Glutenunverträglichkeit und ATI

Was tun, wenn man unter einer Glutenunverträglichkeit, Zölliakie oder ATI-Sensitivität leidet? Wie kann es sich bemerkbar machen und was darf ich dann noch essen?

 

Dieser Blogartikel liegt mir schon lange am Herzen, da ich selbst Betroffene bin. Ich habe erst mit Mitte 20 erfahren, dass ich eine Gluten-Unverträglichkeit und auch ATI-(Amylase-Trypsin-Inhibitoren) Senisitivität habe.

 

Zuvor hatte ich immer wieder Bauchschmerzen, ein aufgequollenes Gesicht, war matt, oft müde, hatte wenig Lust auf Bewegung und nach einer Pizza oder Pasta hatte ich am nächsten Tag sofort 1-2 Kilo mehr auf der Waage. 

Schon als Kind wanderten wir zu den verschiedensten Ärzten, doch keiner konnte uns sagen, was ich habe. Auch eine psychologische Abklärung ergab, dass es nicht psychisch bedingt sei. 

 

Ich kannte mich auch nicht anders. In meiner Jugend fühlte ich mich aufgedunsen, unwohl und war meilenweit vom Wohlfühlen entfernt. 

Ich kämpfte mit dem Gewicht und nach nur ab, wenn ich wirklich hungerte oder auch tagelang fastete. 

Erst als ich die Ausbildung zu der Stoffwechseltypen- Lehre machte, erfuhr ich mittels eines kinesiologischen Tests, dass ich Gluten überhaupt nicht vertrage. 

Sofort ließ ich alles, worin Gluten enthalten sind, weg, was anfangs wirklich schwierig war, da man sich wirklich erst einmal einlesen muss und bei jedem Produkt nachschauen muss, ob sich darin Gluten verstecken. 

Doch schonnach wenigen Wochen merkte ich die Unterschiede. Ich fühlte mich langsam etwas wohler, weniger aufgequollen, hatte weniger Bauchschmerzen und bekam langsam mehr Energie. 

Jetzt nach einigen Jahren kann ich es mir gar nicht mehr vorstellen, Gluten zu mir zu nehmen, da sich schon kleine Mengen (die ich beim Essen gehen unabsichtlich zu mir nehme) in den nächsten Tagen bemerkbar machen. 

 

Ich weiß aber auch aus eigener Erfahrung, dass es anfangs wirklich schwierig ist, sich einzulesen und es in den Alltag zu integrieren. 

 

Ich habe dir daher kurz zusammengestellt, worin Gluten enthalten sind:

 

  • Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern, Einkorn, Urkorn, Emmer, Kamut und alle daraus hergestellten Produkte wie Tsampa, Seitan, Bulgur, Couscous, Ebly
  • Brot, Pizza, Spätzle, Nudeln, Semmeln (Brötchen), Brezeln, Kräcker, Kuchen, Kekse, Croissants, die meisten anderen Backwaren, Grießbrei, Müsli, gebundene Suppen, Bier
  • Shoyu-Sojasoße (= aus Soja, Getreide und Wasser), Lakritze, natürliche Aromastoffe, Gerstenmalz, Malz, Malzzusatz, Malzessig, Weizenkeime, Weizenkleie, Sago aus Gerste; Whiskey (wenn er nachträglich mit Malz versetzt worden ist); Teriyakisoße

 

 

Bild von Kurious auf Pixabay
Bild von Kurious auf Pixabay

Grundsätzlich werden bei Gluten Unverträglichkeit folgende Getreide empfohlen, die auch gut vertragen werden, da sie kein Gemisch der Eiweißstoffe Gliadin und Glutenin enthalten:

  • Hirse
  • Reis
  • Süßer Reis 
  • Quinoa
  • Buchweizen
  • Amaranth
  • Polenta, Maismehl, Maisstärke
  • Haferflocken glutenfrei
  • Nudeln aus Reismehl, Hülsenfrüchten
  • Glutenfreie Produkte aus Reimehl, Maismehl, Hirsemehl…
  • Kastanien
  • Kartoffeln
  • Guarkernmehl
  • Teffmehl
  • Kichererbsenmehl
  • Bohnenkaffee
  • Hülsenfrüchte, Leinsamen, Nüsse, Sesam
  • Gemüse, Obst, Salate
  • Honig und Marmelade
  • Meeresfrüchte 
  • Fleisch und Fisch (naturbelassen)
  • Kräuter 
  • Pflanzenöle (Achtung, kein Weizenkeimöl)

Unverträglichkeit aus Sicht der TCM:

Aus Sicht der Chinesischen Medizin handelt es sich bei Nahrungsmittelallergien um eine Schwäche der Mitte, die Ihre Aufgabe der Transformation von Nahrung nicht erfüllen kann.

Für die Behandlung in der TCM ist es nicht wichtig, ob es sich um Nahrungsmittelallergien im engen Sinne oder um eine sogenannte Unverträglichkeit handelt. 

Oft geht die Schwäche der Mitte mit Feuchtigkeit einher. Diese entsteht zum Beispiel durch verschleimende Nahrungsmittel wie Kuhmilchprodukte, Zucker, Südfrüchte. 

Wenn noch Hitze hinzukommt, 

Ist noch zusätzlich viel "Hitze" vorhanden kann Schleim-Hitze entstehen. 

Zudem können Unverträglichkeiten durch ein eingeengtes Leber-Qi gefördert werden, wodurch langfristig Feuchtigkeit und Hitze in der Mitte entstehen.

Je nachdem welches Symptom bei der Intoleranz im Vordergrund steht, ist es wichtig die Mitte zu stärken und gleichzeitig die Feuchtigkeit/den Schleim/die Schlacken auszuleiten und zu bewegen.

In der Beratung empfehle ich immer die Unverträglichkeit für einige Zeit (mind. 4-6 Wochen-besser sind 6 Monate) wegzulassen und gleichzeitig die Mitte aufzubauen. 

Relativ neu erforscht ist auch die ATI-Sensitivität:

ATI-Sensitivität

Bislang gibt es – anders als für Gluten, Fructose, Lactose usw. – keine umfassenden Listen, aus denen man den ATI-Gehalt von Lebensmitteln entnehmen könnte. Generell ist aber auch die „glutenfreie Weizenstärke“ zu meiden, da hier nur der Getreideeiweißbestand Gluten hinausgenommen wird. Bei einer ATi-Unverträglichkeit liegt eine Unverträglichkeit gegen das Weizeneiweiß vor.

 

Bei ATI bitte auch Produkte mit „glutenfreier Weizenstärke“ meiden!

 

Einkaufstipps:

Bitte bei den Produkte darauf achten, dass sie nicht nur glutenfrei, sondern auch weizenfrei sind. Aus diversen Gründen arbeitet die Industrie neuerdings gerne mit glutenfreien Zutaten, die noch Weizenstärke enthalten. Menschen, die keine Zöliakie, jedoch eine ATI- Sensitivität haben, reagieren darauf mitunter sehr empfindlich.

 

Wenn du mehr über das Thema wissen möchtest, kann ich dir die folgenden 2 Bücher ans Herz legen:

  • Die ganze Wahrheit über Gluten von Prof. Dr. Alessio Fasano (südwest)- Alles über Zölliakie, Glutensensivität und Weizenallergie
  •  Tägliches Brot: Krank durch Weizen, Gluten und ATI von Schuppan, Detlef, Gisbert-Schuppan, Kristin; Springer Verlag

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