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Der weibliche Zyklus aus Sicht der TCM

Der weibliche Zyklus aus Sicht der TCM

weibliche Zyklus aus Sicht der TCM
Bild von Myriam Zilles auf Pixabay

Im heutigen Beitrag geht es um ein Thema, dass in erster Linie NUR FRAUEN betrifft: „Der weibliche Zyklus“.

Die meisten von uns sehen die monatliche Regelblutung als etwas ungewünschtes, eine Belastung, die wir am liebsten gar nicht hätten und die Männer beneiden, da sie dieses „Problem“ nicht haben. 

 

Schon in meiner Teenagerzeit gab es für die Periode Namen wie die „rote Pest“, wir versuchten sie zu verheimlichen, nahmen Schmerzmittel und sahen die Krämpfe und die Belastungen, die damit verbunden waren als gegeben und normal an. 

Viele von uns, die mit der Hormonspritze oder anderen Verhütungsmittel eine ungewollte Schwangerschaft verhindern, freuen sich, wenn sie ihre „Tage“ nicht mehr bekommen. 

 

 

Doch wusstest du, dass deine Blutung etwas über deine Gesundheit aussagen kann und es ein wertvoller Reinigungsprozess ist?

Erst als ich die Ausbildung zur Ernährungsberaterin nach TCM machte, merkte ich, dass die monatliche Blutung auch ihre Vorteile hat und nicht mit Schmerzen verbunden sein muss. 

Um eines vorweg zu nehmen: Die Blutung während der Pilleneinnahme ist keine „echte“ Blutung, sondern nur eine künstlich herbeigeführte Abbruchsblutung. 

 

Um genauer den weiblichen Zyklus betrachten zu können, ist es wichtig vorher einige Begriffe kurz zu erklären:

 

Was bedeutet überhaupt „Blut“ aus Sicht der TCM?

Blut ist die materielle Form des Qi und zählt zu den Yin-Substanzen. Qi gilt dabei als Herrscher des Blutes und gleichzeitig ist das Blut die „Mutter des Qi“. Dies zeigt, dass beide untrennbar miteinander verbunden sind. 

Aus Sicht der TCM wird das Blut aus Nahrungsmittel und Getränken, die wir zu uns nehmen, gewonnen. Dareuas wird zunächst Qi, also die Lebensenergie bzw. der Dampf (Siehe Kochtopfmodell) gebildet und mit Hilfe des Lungen-Qi anschließend zum Herz gedrückt und in Blut umgewandelt. 

In der TCM ernährt das Blut unseren Körper, die Organe und auch den Geist. 

Jeder von uns bildet auch sein ganz individuelles Blut aus den zugeführten Nährstoffen. Dabei spielen die Quantität und Qualität des Blutes eine wichtige Rolle.

 

Worin liegt der Unterschied zur Betrachtung des Blutes aus der westlichen Sicht?

Von der westlichen Medizin aus Gesehen besteht das Blut aus Blutplasma und Blutzellen. Es wird im Knochenmark gebildet. 

Die Aufgabe des Blutes besteht in der Wärmeregulation, für den Sauerstofftransport und zur Abwehr. 

Westlich gesehen wird über das Blut der Sauerstoffgehalt, die Anzahl der Blutkörperchen, der Cholesterinwert, der Eisengehalt und vieles mehr labortechnisch untersucht.

Oft wird erst über die Bedeutung unseres Blutes nachgedacht, wenn westlich gesehen ein„Eisenmangel[i]“ festgestellt wird. 

 

Doch welche Aufgabe hat das Blut?

Blut ist besonders wichtig für die Damen und unterstützt ihr Wohlbefinden und Zyklus und gesamte Reproduktionsfähigkeit. Das Blut ist vor- und nachgeburtliche Essenz und trägt zur Gelassenheit und innerer Ruhe bei.

Wenn zum Beispiel chinesisch gesehen ein Blutmangel vorliegt, können Symptome die Nervosität, Gereiztheit, Fahrigkeit, Vergesslichkeit und auch Konzentrationsprobleme entstehen. Körperlich fühlen wir uns dann müde, sind schwach, benebelt, bis hin zu Kreislaufproblemen. 

 

Das Besondere an uns Frauen ist unserer Zyklus, der mit einer Regelblutung verbunden ist. Das bedeutet, dass wir monatlich eine gewisse Menge an Blut verlieren und es daher von großer Bedeutung ist, anschließend Blut aufzubauen. 

 

Doch was ist überhaupt ein Zyklus und wie lange dauert er?

Ein „normaler“ Zyklus dauert zwischen 26 und 32 Tagen, die Blutung variiert zwischen 4-6 Tagen. Während der ersten 2-4 Tage ist die Blutung etwas stärker, welche anschließend langsam abebbt. Das Blut ist von dunkelroter Farbe ohne größere Klumpen. 

Das Wichtigste aber ist, dass Frau vor, während und nach der Periode weitgehend schmerzfrei ist, ein leichtes Ziehen gehört aber oft dazu.

 

Aus Westlicher Sicht ist der Zyklus in 2 Abschnitte eingeteilt:

In der ersten Zyklushälfte, die mit der Blutung startet, wird das follikelstimulierende Hormon FSH vom Gehirn, genauer gesagt vom Hypothalamus, ausgeschüttet. 

Dadurch kommt der weibliche Zyklus in Gang. 

Nun beginnt die Eizelle mit Ihrer Hülle (Follikel) im Eierstock zu reifen und zu wachsen. Dabei wird Östrogen produziert und die Gebärmutterschleimhaut beginnt sich aufzubauen. 

Hat der Östrogenspiegel nun eine bestimmte Höhe erreicht, schüttet die Hypophyse das LH-Hormon (luteinisierende Hormon) aus, um den Eisprung auszulösen. 

Nun beginnt die 2. Zyklushälfte und die Eizelle wandert zur Gebärmutter, wo sie nach 3-4 Tagen ihr Ziel erreicht hat. 

Die Hülle bleibt dabei zunächst im Eierstock und wandelt sich in den Gelbkörper um, der Östrogen und besonders Progesteron ausschüttet.

Der Gelbkörper wandelt die Gebärmutterschleimhaut so um, dass sich eventuell das Ei einnisten kann. Ist das Ei nicht befruchtet, bildet sich der Gelbkörper zurück, der Progesteronspiegel sinkt und es kommt zur Blutung. 

 

Viele Frauen beschäftigen sich erst mit dem eigenen Zyklus, wenn es darum geht, eine Familie zu gründen. Doch es ist so wichtig, dass wir Frauen den Kontakt zu unserem Blut und unserem Zyklus nicht verlieren. Wenn wir im Einklang mit unserem Zyklus und dessen wertvolle Phasen leben, können wir dies nutzen, um unseren Körper, aber auch unsere Emotionen besser zu verstehen und in unserem Alltag zu nutzen. 

 

Der Zyklus aus chinesischer Sicht:

Auch aus Sicht der chinesischen Medizin wird der Zyklus in 2 Abschnitte unterteilt:

Die erste Zyklushälfte, die wie westlich gesehen mit der Blutung beginnt, ist der Yin-energie zugeordnet, die zweite Zyklushälfte der Yang-Energie.

Yin und Yang bilden zwei gegensätzliche Pole, die aber auch ineinander übergehen und auseinander hervorgehen. 

Yin repräsentiert Kälte, Passivität, Innen, das Weibliche und Dunkelheit.

Yang repräsentiert die Wärme, Aktivität, Außen, das Männliche und Helligkeit.

 

In der 1.Zyklushälfte befinden wir Frauen uns nach der Periode in einem sogenannten Blut-Mangel, da wir Blut und Yin verloren haben. Dies versucht unser Körper bis zum Eisprung wieder aufzubauen. In dieser Zeit sind wir eher häuslich, ziehen uns etwas mehr zurück, lassen die Dinge meist ruhiger angehen und genießen auch mal die Zeit mit uns selbst. 

Wenn der Eisprung eintritt, ist der Höhepunkt des Yin erreicht und es wandelt sich in Yang um. 

 

In der 2. Zyklushälfte beginnt die Yang-Energie immer weiter zuzunehmen, was sich auch mit einem leichten Ziehen im Unterleib bemerkbar machen kann. Besonders in dieser Zeit fühlen sich die meisten von uns aktiver und energiegeladener. Wir gehen auch mehr ins Außen, können hier besser Projekte abschließen und sind kommunikativer. Es füllt sich auch die Gebärmutter mit Blut und wenn diese „übergeht, beginnt die Blutung. 

[i] . Dies bedeutet, dass zu wenig rote Blutplättchen gebildet werden und unser Körper daher mit zu wenig Eisen versorgt wird.

 

 

Was ist besser? Binden, Tampons oder Menstruationstassen?

Die meisten Mädchen starten mit einer Binde bzw. Slipeinlage. Der riesen Nachteil ist, dass sie meist aus Zellulose und Plastik hergestellt werden und viel Müll erzeugen. Zudem können sie sich negativ auf die Scheidenflora auswirken.

 

Tampons werden von den meisten Frauen benutzt, sie sind einfach zu handhaben, diskret, sie können beim Sport, zum Schwimmen und Co. benutzt werden. 

Der große Nachteil liegt einerseits darin, dass sie den freien Fluss der Blutung hemmen. Durch dieses Stagnation können Krämpfe und Beschwerden während der Menstruation verstärkt werden.  Andererseits trocknen Tampons durch ihre Saugkraft die Schleimhäute aus.

Wusstest du, dass eine Frau ca. 12.000 Tampons in ihrem Leben benötigt?

Auch diese Variante ist eindeutig nicht sehr nachhaltig, zudem belastet sie den Geldbeutel.

 

Eine relativ neue Möglichkeit bieten die sogenannten Menstruationstassen. Diese werden ähnlich wie Tampons gehandhabt und auch in die Vagina eingeführt. Hat man einmal die richtige Tasse gefunden und die Technik heraus, bietet sie den gleichen Auslaufschutz und kann auch beim Sport benutzt werden.

Menstruationstassen sind sehr gut verträglich. Die Tasse fängt die Flüssigkeit bereits dort auf wo sie entsteht. Damit bleibt die Scheidenflora im Gleichgewicht und die Gefahr von Pilzinfektionen sowie das Eindringen von Keimen ist geringer als bei Tampons und Binden. Es entstehen auch keine unangenehmen Gerüche, da das Blut im Körper aufgefangen wird.

Die lange Lebensdauer ist ein weiterer Vorteil. Sie halten mehrere Jahre und schonen damit Umwelt und ist die kostengünstige Alternative zu Tampons und Binden. Der Kaufpreis rechnet sich bereits nach sechs Monaten.

Ich benutze schon seit einigen Jahren eine Menstruationstasse und bin begeistert. Zum Einen sind sie nachhaltig, zum Anderen habe ich weniger Krämpfe, meine Blut ist klumpenfrei und ich sehe sofort wie es meinem Körper geht. (mehr dazu demnächst)

Besonders der von Selenacup gefällt mir besonders gut, es gibt hier auch verschiedene Modelle für jede Anforderung. 

Wenn du wissen willst, welche Tasse für dich passt, dann schau doch auf diese Seite.

  

Passend dazu gibt es auch tolle Stoffbinden, die immer wieder verwendet werden können. Das klingt vielleicht im ersten Moment etwas komisch, ist aber eine so tolle Erfindung. 

Die Stoffbinden können als Backup zur Menstruationstasse benutzt werden, bei besonders starker Blutung bzw. nachts verwendet werden. 

Auch im Wochenbett, bei schwacher Blase oder als klassische Slipeinlage sind sie ideal.

Ich habe da eine besondere Herzensempfehlung: Stefanie von Almo näht diese selbst und jede Binde ist ein Unikat. Schau einfach einmal bei ihr vorbei, die Umwelt und dein Körper wird es dir danken. :-)

Schreib mir gerne in den Kommentaren, ob du auch Menstruationstassen oder Stoffbinden benutzt. 

 

 © Copyright by Claudia Austerer

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