GASTARTIKEL - Intermittierendes Fasten

Wie Ihr schon in einem anderen Beitrag von mir zum Thema Fasten lesen konntet, empfehle ich euch keine Fastenkuren. Doch der Begriff: "Intermittierendes Fasten" ist jetzt in aller Munde.

Was dies genau bedeutet, für wen es gut ist und wer es meiden sollte, erfährt Ihr in folgendem Gastartikel von meiner hoch geschätzten TCM-Kollegin und Expertin zum Thema "Stoffwechseltypen": Dr. Karin Stalzer.

 

 

Basics: 

1.  Typgerecht Essen mit Pausen zwischen den Mahlzeiten und zwischen Abendessen und Frühstück 12 Stunden Pause einhalten

2.  Zuckerfasten: Verzicht auf Zucker (egal wie gesund sein Name ist, und nichts Süßes essen)

3.  Intermittierendes Fasten- 3 Abstufungen:

a.  zwischen der letzten Mahlzeit und dem Frühstück 12 Stunden Pause einhalten (das wird oft noch nicht als das Intermittierende Fasten bezeichnet; näheres unten)

b.  zwischen letzter Mahlzeit des Vortages und der ersten Mahlzeit des neuen Tages 14 Stunden Pause einhalten 

c.   zwischen letzter Mahlzeit des Vortages und der ersten Mahlzeit des neuen Tages 16 Stunden Pause einhalten

 

Wann sollten Sie nicht intermittierend Fasten:

  • Wenn Sie schwanger sind. – Als Vorbereitung auf eine Schwangerschaft ist intermittierend Fasten für ein paar Wochen jedoch sehr empfehlenswert.
  • Für alle, die unter 35 Jahre alt sind (je jünger, desto eher), rate ich vom 16 Stunden langen intermittierenden Fasten ebenfalls ab. Einen sehr aktiven jungen Stoffwechsel kann dieses Fasten den Körper und seine Gleichgewichte (Hormone, Enzyme, Darmbakterienbesiedelung, u.v.m.) mehr durcheinander bringen, als es ihm nutzt. Sie können dennoch Fasten: Suchen Sie sich den einen oder anderen Punkt oben aus der Liste aus. 

 

Welche Punkte sollten Sie trotz Intermittierenden Fastens auch mit berücksichtigen? 

  1. Essen Sie typgerecht!
  2. Lassen Sie weiterhin alles weg, was Sie nicht vertragen. Ihr Körper und ihr Geist werden es Ihnen danken. Sorgen Sie vor, dass Sie etwas Gutes zu essen haben, das Sie auch vertragen!
  3. Lassen Sie genügend lange (für manche sind das 3 Stunden, für die meisten 5 Stunden) Pausen zwischen den Mahlzeiten, in denen nichts gegessen wird. Trinken Sie in den Essens Pausen nur Tee und Wasser, meiden Sie süße Säfte und Kaffee. – Kaffee (am gesündesten schwarz) jeweils zu oder nachden Mahlzeiten (nicht zwischendurch) trinken. Anmerkung: Während der Zeit des Intermittierenden Fastens (also 14 oder 16 Stunden) können Sie schwarzen Kaffee trinken. DieErklärung folgt gleich unten.

 

Was ist Intermittierendes Fasten?

Intermittierendes Fasten bringt die Zelle dazu, sich selbst zu verzehren, was das griechische Wort „Autophagie“ ins Deutsche übersetzt, bedeutet: „Sich selbst verzehren“. Das Ganze hat zwei positive Effekte:

1. Indem der Körper für eine gewisse Zeit nichts zu essen bekommt, fehlt der Zelle das Eiweiß, sie beginnt daher, vorhandenes Eiweiß zu recyceln. Idealerweise beginnt die Zelle beim Recyceln mit Fehlerhaftem und altem: fehlgefaltete Proteine bis hin zu beschädigten Zellorganellen werden abgebaut. Fasten kurbelt die Zellinterne Müllbeseitigung an: Dessen Beseitigung hätte sonst noch länger gedauert oder wäre nie erfolgt. Zugleich wird auch das Immunsystem unterstützt. Denn, nicht nur eigene fehlerhafte Zellbestandteile werden so abgebaut und damit unschädlich gemacht, auch mit in die Zelle eingedrungenen Krankheitserregern („Fremdeiweiß“) wird so verfahren. 

 

2. Die abgebauten Produkte werden zum Teil für den Aufbau anderer Strukturen weiterverwendet. Indem er diese Bausteine gleich verwerten kann, dient dies unserem Körper zur Energiegewinnung. 

 

In den allermeisten Fällen ist Autophagie ein für unseren Körper sehr gesunder Vorgang, der uns hilft, zu entschlacken, gesund abzunehmen, die Arterien beweglich zu halten, das Immunsystem zu unterstützen und jung und vital zu bleiben und auch so auszusehen. 

Ab 50+ wird die von unserem Körper automatisch betriebene Autophagie weniger. Gerade ab da ist das Intermittierende Fasten, wenigstens ab und an, sehr angesagt, weil wertvoll. 

 

Wie wird’s gemacht?

Ab 12 Stunden nichts essen, ist man mit dabei- ein klein wenig zumindest. Mit 14 Stunden nichts essen, ist man schon mittendrin im Zellmäßigen Hausputz. Je nach Körper und Tagesverfassung ist die Anlaufzeit fürs Putzen verschieden. Von den Profis empfohlen werden daher 16 Stunden, weil hier der Körper wirklich gut in die Zellreinigung kommt. 

Wichtig:Der Zellenhausputz funktioniert auch während des Schlafes. Man kann die Zeit der Nachtruhe gleich in die Zellreinigung einbauen. 

 

Wie so oft: Vieles ist Typ Sache: Sind Sie eine Nachtigall oder eine Lerche? 

Anders ausgedrückt: Brauchen Sie ein Abendessen um sich wohl zu fühlen oder das Frühstück? Je nachdem lassen Sie die Mahlzeit aus, die Ihnen leichter fällt. Nehmen Sie also auf Ihre persönliche Veranlagung Rücksicht. (Mal so, mal so ist natürlich auch möglich). 

Sie können sich jeweils mit einer Tasse Kaffee oder Tee (siehe sogleich) zu Ihren Lieben an den Esstisch setzen und die Begegnung sowie die Gespräche teilen. 

Diese Art der Zellreinigung wird durch jedes Essen unterbrochen. Allerdings hat man festgestellt, dass schwarzer Kaffee die Zelle bei ihrem Hausputz sogar noch unterstützt. (Achtung: hier ist ausdrücklich von schwarzem Kaffee die Rede, ein wenig Milch oder gar Zucker – auch in homöopathischen Dosen - unterbrechen das Fasten bereits). Tee (außer Früchtetee) kurbelt den Zell Putz zwar nicht an, unterbricht ihn aber auch nicht. 

 

Was darf ich mir erwarten?

Eine Entschlackung auf Zellebene. Das zeigt sich nur dann automatisch an veränderten Blutwerten, wenn Sie auch weniger essen. Bei Vielen klappts automatisch. Durch das Fasten wird der Magen kleiner und die zur Mahlzeit aufgenommene Menge an Nahrung ist weniger. Wer das nicht kann, bitte im nächsten Punkt nachlesen.

 

Was muss ich beachten?

Wenn Sie gesundheitliche Probleme wie hohen Blutdruck, (Prä)Diabetes II, Übergewicht, Metabolisches Syndrom etc. haben, sollten Sie darauf achten, dass Sie zu den Mahlzeiten ca. 20% weniger verspeisen. Erst dann (es wurde bereits in einer Studie überprüft) – ändern sich auch die Blutwerte, das Gewicht etc. und der Erfolg ist ihnen auf der ganzen Linie beschieden. 

 

Andernfalls werden zwar die Zellen geputzt, aber die nichtalkoholische Fettleber, die Prädiabetes, das Gewicht - bleiben alle beim alten.

 

Ein lesenswertes Buch zu diesem Thema ist: „Der Jungbrunneneffekt“.

Darin enthalten sind Tipps zur richtigen Ernährung (übrigens: Typgerecht), begleitende Maßnahmen zur Entschlackung, die Unterstützung des Fastens durch Meditation.

Und wie man die Achtsamkeit und das Umsetzen neuer Ziele im Alltag einüben kann. 

 

www.stalzer.at
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