Interview: Wärmendes von Innen

 

 

Interview zum Thema : Wärme von innen bei „Daheim Österreich“am 7.November 2017 ab 17.30 auf ORF2

 

Ich durfte heute bei Daheim Österreich auf ORF2 ein paar Fragen als Ernährungsberaterin der TCM zum Thema „Wärme von innen“ beantworten.

Dies war ganz schön aufregend, da es mein erster Auftritt war und der wurde auch gleich live gesendet. Also durfte ich mir keinen „verhaspler“ erlauben.

 

Da ich bei der Sendung natürlich nur kurze knappe Antworten geben konnte, dachte ich mir, dass ich euch einen kurzen Beitrag zu diesem Thema schreiben kann. So könnt Ihr nachlesen, was besonders in der kalten Jahreszeit wichtig ist, damit Ihr gesund und fit durch den Winter kommt.

 

Generell werden Lebensmittel nach Ihrer thermischen Wirkung – nicht zu verwechseln mit unserer Temperatur - in heiß, warm, neutral, kühl oder kalt eingeteilt.

Gemüse wie Fenchel, Frühlingszwiebel, Karotte, Kürbis, Lauchgewächse, aber auch Rind, Huhn, Lachs oder Hafer haben wärmende Eigenschaften.

Gewürze wie Anis, Fenchel, Ingwer, Kümmel, Pfeffer, Zimt oder Nelken wärmen von innen.

Anis, Fenchel, Bohnenkraut und Kümmel haben zudem auch die Eigenschaft, dass diese entblähend wirken. Dies ist besonders bei Kohlgemüse und deftigen Speisen wichtig, so könnt Ihr einen aufgeblähten Bauch und Völlegefühl vorbeugen.

 

Jetzt ist aber nicht jeder Mensch gleich - gibt es da eine Grundregel?

Im Groben unterscheidet die TCM zwischen Kältetypen und Hitzetypen:  

  • Kältetypen, die oft kalte Füße haben, leicht frieren benötigen mehr wärmende Gewürze und Lebensmittel, welche aber saftig zubereitet werden sollten, da dies sonst schnell zu Trockenheit führen kann.
  • Hitzetypen, ist oft warm, schwitzen schnell. Diese sollten auch in der kalten Jahreszeit kühlende Lebensmittel wie z.B.: Tomaten wärmend zubereiten, indem sie diese mit wärmenden Gewürzen wie Rosmarin, Thymian zu einer Tomatensauce einkochen.

Bei beiden Typen sollten gekochte, bekömmliche Speisen, Suppen, Eintöpfe sowie ein gekochtes Frühstück den Ernährungsalltag begleiten. Dadurch wird das Verdauungsfeuer, unsere Mitte gestärkt und gewärmt.

 

Kann man neutrale Lebensmittel mit wärmenden kombinieren?

Ja, dies ist sogar ratsam. In der TCM sollte man vorwiegend Lebensmittel mit einer neutralen Thermik (also nicht wärmend oder kühlend) einsetzen und diese je nach individuellen Bedarf und Jahreszeit mit wärmenden Lebensmitteln, Gewürzen und Zubereitungsarten kombinieren.

Nahrungsmittel der neutralen Thermik sind z.B. gekochtes Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, Nüsse und Samen, Fette.

 

Kann man wärmende Lebensmittel in ihrer Funktion auch steigern?

Ja, indem man wärmende Lebensmittel mit erhitzenden Zubereitungsarten wie grillen, braten und erhitzenden Gewürzen wie Pfeffer kombiniert. Dies kann zu übermäßiger Hitze im Körper und Trockenheit führen.

Ein Beispiel dafür ist ein Rindersteak, welches gepfeffert und scharf angebraten wird. Im Ich empfehle eher saftige und zugleich wärmende Kochmethoden, wie etwa Dünsten, sanftes Braten im Rohr oder Schmoren im eigenen Saft.  

 

Welche Funktionskreise werden mit wärmenden Lebensmittel aktiviert?

Warme Nahrungsmittel stärken das Yang. Besonders in der kalten Jahreszeit sollte das Nieren-Yang durch gekochte, wärmende Speisen gestärkt werden. Jedes Nahrungsmittel hat einen Organbezug so stärkt z.B.: Ingwer den Funktionskreis Magen und Lunge, wärmt von innen und vertreibt Kälte. Diesen sollten Ihr aber immer mit etwas „Süßem“ kombinieren, da er sonst die Säfte zu stark austrocknet, was zu trockenem Husten, trockener Haut und Verstopfung führen kann.

Menschen, die zu Migräne neigen, sollte wärmende Lebensmittel und Gewürze nur in Maßen zu sich nehmen, da z.B.: Knoblauch die Kopfschmerzen verstärken kann.

Jetzt essen viele als Zwischendurch-Snack einen Apfel - der kühlt aber. Soll man im Winter darauf komplett verzichten?

Generell empfiehlt die TCM vorwiegend gekochte bzw. gedünstete Speisen zu sich zu nehmen. Bei Rohkost würde der Körper mehr Energie verbrauchen, als er Nährstoffe durch den Apfel beziehen kann.

Besonders im Winter ist es ratsam gegen die geläufige Meinung lieber den Apfel als Bratapfel mit Nüsse, Apfelmus als Beilage oder auch Apfelkompott zum Porridge beim Frühstück zu verwenden. Dadurch wird das Verdauungsfeuer und auch das Imunsystem gestärkt.

Als Snack zwischendurch eigenen sich Nüsse und Kürbiskerne sowie ungeschwefeltes Trockenobst.

 

Zeigt der Körper an, wenn er genug hat? Ganz nach dem Motto: zu viel des Guten?

Ja bei zu viel Hitze im Körper können Symptome wie ein rotes Gesicht, Hitzewallungen, Nachtschweiß, trockene Haut oder auch Verstopfung entstehen. Wichtig hierbei ist auf die Signale des Körpers zu achten.

Bei einer Ernährungsberatung nach der TCM kann auf die persönlichen Ungleichgewichte eingegangen werden: Anschließend wird ein individuelles Konzept für den Menschen erstellt.

 

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