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Das Verdauungssystem aus Sicht der TCM

©belettert.at
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 Weißt du, warum die TCM gekochte Mahlzeiten empfiehlt?

Die Antwort darfür findest du in der Erklärung des Verdauungssystem aus Sicht der TCM (Traditionell Chinesischen Medizin):

 

Doch zuvor erkläre ich dir kurz den Dreifach-Erwärmer, da dieser als Grundlage des sogenannten „Kochtopfmodelles“ dient:

 

Was ist der Dreifach-Erwärmer?

Unser Körper wird in der TCM in 3 Teile eingeteilt:

  • Oberen Erwärmer
  • Mittleren Erwärmer
  • Unteren Erwärmer

Dem Oberen Erwärmer wird die Verteilerfunktion und der Funktionskreis Herz und Lunge zugeordnet.

Dem Mittleren Erwärmer ordnet die TCM die Verdauungsfunktion mit den Funktionskreisen Milz und Magen zu.

Zum Unteren Erwärmer gehören Nieren und Blase. dieser Bereich dient der Transport und Ausscheidungsfunktion. Hier wird auch reines vom unreinen getrennt. Unreines gelangt zum Dickdarm und zur Blase.

 

Das Kochtopfmodell

Das Kochtopfmodell beschreibt die Verdauung nach der TCM sehr anschaulich und bildhaft.

Stellen Sie sich vor, dass im Bereich des Magens ein Kochtopf steht (Mittlerer Erwärmer). Dieser ist mit einer Suppe gefüllt. 

Im Unteren Erwärmer lodert das Feuer, die sogenannte Nieren-Energie. Dies wird auch als Jing bzw. Essenz bezeichnet. Dies setzt sich aus dem vorgeburtlichen Jing und dem nachgeburtlichen Jing zusammen. Das vorgeburtliche Jing bekommen wir von unseren Eltern mitgebeben. Dies sind unsere Holzscheite. 

Das nachgeburtliche Jing entsteht durch Atmung, Bewegung und Ernährung. 

Wenn das Nieren-Feuer erloschen ist, so stirbt der Körper. Deshalb ist es so wichtig, dass wir gut auf unser Feuer aufpassen und darauf achten, dass wir nichts davon unnötig verschwenden, damit wir auch im hohen Alter noch gesund bleiben. Je mehr nachgeburtliches Jing durch bewusste Atmung, typgerechte und gekochte Mahlzeiten, Bewegung und Meditation erzeugt wird, umso weniger vorgeburtliches Jing (Holzscheite) wird verbraucht!

 

Aber wie kann das gelingen?

 

Alles was wir essen oder trinken gelangt in unseren Kochtopf (Magen). Die Milz und der Magen sind dafür zuständig, dass unsere Nahrung in Lebensenergie (Qi) umgewandelt wird. Wichtig ist es, dass das Nieren-Feuer immer brennt, damit es genügend Wärme hinauf in unseren Verdauungstrakt (Mittleren Erwärmer) transportiert. Wenn wir genügend Nieren-Feuer haben, ist unsere Verdauung stark genug, um die Nahrung vollständig zu verdauen und die Suppe köcheln zu lassen. Dann steigt wertvoller Dampf auf, der über das Lungen-Qi in den Körper verteilt wird. 

 

Ziel ist es, nur so wenig wie möglich von unserem Nieren-Feuer (Holzscheiten) zu verbrauchen, um Dampf (Qi) zu erzeugen der zum Oberen Erwärmer aufsteigt (Deckel) und über das Lungen-Qi verteilt wird.

Wenn wir die Nahrung vollständig verdauen, dann produziert unsere Mitte auch genügend Blut und Körperflüssigkeiten. Je besser unser Verdauungssystem arbeitet und je weniger wir von unserer Essenz benötigen, umso länger können wir bis in das hohe Alter gesund bleiben.

Je nachdem welche Speisen wir in unseren Kochtopf geben, desto größere bzw. kleinere Flamme (Nieren-Feuer) benötigen wir, damit der wertvolle Dampf entsteht.

Bei kalten oder/und rohen Speisen benötigen wir viel mehr von unseren Holzscheiten, damit die Suppe zum Kochen gebracht werden kann.

 

Damit wir immer den wertvollen Dampf (Qi) produzieren, helfen uns regelmäßig gekochte, saftige und stoffwechseltypgerechte Mahlzeiten.

Illustration: ©belettert.at

 

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