Mein Haustier-der innere Schweinehund

Ich habe zwar gerne Besuch und lade Freunde ein, aber dieser Gast kommt immer dann, wenn ich ihn gerade nicht brauche- in stressigen Situationen, bei Angst, schlechter Laune oder auch Langeweile. Immer dann, wenn ich nicht in meiner Mitte bin. Das kommt des Öfteren vor, wenn ich 2 Jobs, Haus, Garten und mehr unter einen Hut bringen möchte.

Dann werde auch ich trotz guter Planung des Öfteren schwach und gönne mir 1 oder 2 Stück von etwas zuckerhaltigem. Wenn ich aber dann nicht aufpasse, wird die Schoko-Lade jeden Tag geöffnet.

Schon als Kind habe ich gelernt, dass Schokolade quasi bei allem hilft- sei es zur Belohnung oder zum Stressabbau. Besonders stark merke ich es in unserem Familiensystem, wenn wir gemeinsame Zeit mit Eis essen, einer tollen Nachspeise oder einem guten Stück Kuchen verbinden. Wie ist es bei euch? Kennt Ihr diese Muster? 

Gerade dann ist es besonders schwer diese alten Gewohnheiten zu durchbrechen und dafür neue Muster entstehen zu lassen. 

Ich überliste dann oft meinen inneren Schweinehund damit, dass ich mir Energiekugeln machen, spazieren gehe oder nachmittags etwas vom Porridge esse. Ab und zu esse ich aber dann mit Genuss ein Stück einer hochwertigen Schokolade oder Praline. Ich kaufe mir absichtlich recht teure Schokolade, da ich mir diese für besondere Anlässe aufhebe und nicht gleich alles auf einmal aufesse. Diese lasse ich mir dann in einem ruhigen Moment auf der Zunge zergehen.

 

Nur warum fahren wir so auf Süßes ab. In der TCM besitzt der süße Geschmack eine ausgleichende Wirkung, er harmonisiert und beruhigt.

Der Nachteil ist, dass Süßes in Form von Zucker und Co. stark befeuchtend wirkt und verschleimt. Süßes erzeugt sehr schnell Nässe im Verdauungstrakt, dies wirkt sich auf unsere Lebensenergie Qi verlangsamend aus und wir werden träge.

Das Qi sollte aber in Bewegung und Aktivität bleiben, um uns mit Energie zu versorgen.  Kurzfristig ist Schokolade und Co. ein schneller Kick, da der Einfachzucker sofort ins Blut geht, aber auf lange Sicht fühlen wir uns unwohl, wir werden abhängig davon und es fördert Bakterien und Krankheiten.

 

Meine Alternativen bei starkem Gusto auf Süßes sind:

  • Ein TL Mandelmus langsam im Mund zergehen lasen
  • Hochprozentige Schoko, mit hohem Kakaoanteil kaufen
  • Energiekugeln, Nüsse

 

Auf langer Sicht sind folgende Tipps hilfreich:

  • 3 x täglich warm und gekocht essen um deine Mitte zu stärken
  • Ein süßes Frühstück kann helfen den Gusto untertags zu minimieren- hebe dir eine Portionen für den Nachmittag oder Abend auf
  • Koche regelmäßig Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinaken, aber auch Kürbis, Süßkartoffeln oder roten Rüben
  • Achte auf ausreichend Schlaf und Erholung

 

Was du lieber vermeiden solltest:

  • Verbote – Hand aufs Herz, das hat doch schon in unsere Kindheit nicht so richtig viel genutzt
  • Zu hohe Erwartungen an sich selbst
  • Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor: Step-by-step
  • Sich gar nichts von Herzen und mit Leidenschaft gönnen
  • Stress, Zeitdruck und negativen Emotionen. Diese erzeugen Hitze, welche kostbare Säfte verdampfen lässt

 

Um die Rückfall Gefahr so gering wie möglich zu halten, gebe ich dir folgende Tipps mit auf den Weg:

  • Gehe niemals hungrig einkaufen
  • Habe immer etwas gekochtes zu Hause, z.B.: Getreide, Suppe, Reste vom Frühstück oder Mittagessen
  • Backe regelmäßig einen Kuchen, Kekse oder Energieriegel- es gibt viele tolle zuckerfreie und gesunde Varianten.

 

Folgendes sollte immer zu Hause sein, damit du dir ganz schnell was zaubern kannst:

  • Getreideflocken aller Art
  • Couscous
  • Kompotte und Obstmus
  • Nüsse und Samen
  • Hülsenfrüchte im Glas (Bohnen, Kichererbsen, …)
  • Gemüse
  • Tomatenpassata
  • Getrocknete Tomaten, Oliven,
  • Gewürze in Hülle und Fülle – sie sind aromatisch, verdauungsfördernd und wirken Nässe entgegen

Was ist deine Strategie, um den Schweinehund an der Leine zu halten? 

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