· 

Der Zucker

Kennt ihr das auch: jeden Tag nach dem Mittagessen oder nach einem stressigen Arbeitstag habe ich das Bedürfnis in meine Schoko-Lade zu gehen und mir etwas Süßes als Belohnung oder Seelentröster zu gönnen. Für mich steht der Geschmack „süß“ für Entspannung und zur Ruhe kommen. Leider reicht hier ein kleines Stück Schokolade oder ein Gummibärchen nicht aus.

Egal ob ihr Zucker als Belohnung, aus Langeweile, als Frustkiller oder aus Gewohnheit zu euch nehmt, die Folgen sind immer die Gleichen:

Zu viel Zucker macht nicht nur dick, sondern auch krank.  Unser Körper reagiert auf einen niedrigen Blutzuckerspiegel mit Müdigkeit,  Schwindel, Frösteln, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Ungeduld, Niedergeschlagenheit, Heißhunger auf Süßes und Fettes,…

 

Könnt ihr euch ein Leben ohne Schokolade, Gummibärchen, Weihnachtskekse und Co überhaupt vorstellen? Früher wurde Zucker wie ein kleiner Schatz angesehen. Die Frauen haben das weiße, süße Pulver in eine Dose gefüllt und es für die Kinder unerreichbar aufbewahrt. Wenn ein besonderer Anlass war, dann kam diese Dose zum Vorschein und es wurde etwas Süßes daraus hergestellt. Doch wie sieht es heutzutage mit dem Zuckerkonsum aus?

 

Habt ihr schon einmal probiert einkaufen zu gehen und kein einziges Lebensmittel mit nach Hause zu nehmen, worin Zucker enthalten ist? 

Dies ist kaum möglich da dieses „weiße Gold“ in fast jedem Fertigprodukt zugesetzt wird. Es versteckt sich oft hinter den Namen „Saccharose“, „Glukose“, „Fruktose“, „Laktose“, „Maltose“ oder „Galaktose“.

Im mehr Forschungsergebnisse weisen darauf hin, das Zucker uns süchtig macht und dabei das gleiche Gehirnzentrum stimuliert wird wie durch Kokain oder Alkohol. Denn Schokolade und Co regt die Region im Gehirn an, welche für Belohnung, Wohlbefinden und Glück zuständig ist. Denn bei der Einnahme dieser Substanz wird die Ausschüttung von Dopamin (Glückshormon) und Serotonin (Beruhigungshormon) angeregt. Das wäre ja toll, wenn da nicht der Gewöhnungseffekt wäre. Je mehr wir von Zucker und stark kohlenhydratreicher Nahrung (=Zucker) zu uns nehmen, desto mehr brauchen wir von dieser Substanz, dass dieser Effekt eintritt. Somit entsteht ein Teufelskreis, wo wir immer mehr von Zucker benötigen.

Dadurch können z.B.: Unruhe, Schlafstörungen, Ängste, Fressattacken und vieles mehr entstehen.

Wir entwickeln regelrecht Entzugserscheinungen, wenn wir nicht regelmäßig den weißen „Stoff“ in Form von Schokolade, Kekse, Kuchen, Ketschup, Gummibärchen und Co bekommen. Stress, Hunger und eine starke Unruhe, sowie Gereiztheit können entstehen.

Dass Zucker ungesund ist, wissen die Meisten von uns.

 

Doch wie können wir nun diesen Teufelskreis durchbrechen?

Zunächst einmal müssen wir wieder lernen, unseren Genusssinn neu zu schulen und unserem Bauchgefühl zu vertrauen. Dies klingt zwar einfach ist es aber nicht. Denn es wird sich anfangs immer wieder unser Suchtzentrum im Gehirn melden und vehement Zucker verlangen.

Am leichtesten gelingt die Ernährungsumstellung, wenn der Fokus auf ballaststoffreicher und fettreicher Nahrung liegt.

Besonders unter einer kohlenhydratarmen und zuckerarmen Nahrung bildet das Gehirn den Supertreibstoff „Keton-Körper“, welchen er höchst effizient verwerten kann.

In der Praxis bedeutet dies, dass der Schwerpunkt auf hochwertigem Fleisch und Fisch, Eiern, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen, sowie frischem, saisonalen Gemüse und hochwertigem Fett liegt.

Somit ist es hierbei auch wichtig, dass der Bruder des „weißen Gifts“ das Weißmehl stark reduziert wird.

Ideal wäre eine stoffwechselangepasste Ernährungsweise aus frischen pflanzlichen und proteinreichen Lebensmitteln anzustreben. Zucker kann dabei in Form von Gemüse, etwas Getreide und kleine Mengen Obst zu sich genommen werden. Damit unser Blutzucker-Insulin-Spiegel im Gleichgewicht ist, sind Essenspausen von 4-5 Stunden ideal. Somit wird auch unsere Bauchspeicheldrüse entlastet.

 

Ein weiterer Tipp als Alternative vom Naschen ist sanfter Sport wie Nordic Walken, Radfahren, Joggen, Schwimmen und lange Spaziergänge. Diese heben nachweislich den Serotoninspiegel, welcher für die Produktion der Glückshormone zuständig ist.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0